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Sebastian Kurz als Integrationsstaatssekretär? ODER Gebt meinen (Vor)urteilen eine Chance!

Jeder, der sich auch nur im Geringsten für Politik interessiert, hat wohl eine Meinung zum neuen „Integrationsstaatssekretär“  Sebastian Kurz. Der Großteil aller Kommentatoren hat nur Spott und reichlich Satire für ihn übrig, aber er hat durchaus auch Verteidiger. Man solle ihm eine Chance geben und ihn nicht vorverurteilen, ist da zu hören, wie auch das alte Argument, er werde doch nur abgelehnt, weil er noch so jung sei, und Politik ja bekanntlich nur von alten Menschen gemacht wird.

Zuallererst: bis zu einem gewissen Grad gibt es einen Grund warum meist nur Menschen  jenseits der 35 in höhere politische Ämter berufen werden. Er heißt Erfahrung. Mit steigendem Alter kommt meistens auch steigendes Wissen, steigende Menschenkenntnis und Fähigkeit Entscheidungen zu treffen und Menschen zu führen.
 Aber natürlich möchte ich meinen Altersgenossen keineswegs die Fähigkeit absprechen, einen wertvollen Beitrag zur Politik zu leisten und gelegentlich wäre ein frischerer, unkonventionellerer Wind in der Politik mehr als wünschenswert.

Doch all die Verteidiger unseres jungen Freundes übersehen grundlegende Dinge, die ihre Argumente augenblicklich außer Kraft setzen.
Nummer  1: Sebastian Kurz ist zwar ein nahezu unbeschriebenes Blatt, aber eben nur nahezu. Seine bekannteste Leistung bisher war die „Schwarz macht geil“-Kampagne im Wiener Wahlkampf und diese allein reicht für mich aus, um in sofort als vielversprechende Nachwuchshoffnung zu disqualifizieren. Eine so grundsätzliche Fehleinschätzung der potentiellen Wähler und eine so billige Anbiederung an die Jugend, kann für mich nur eines bedeuten: dieser Mann ist absolut unfähig, Menschen einzuschätzen und Stimmungen im „Volk“ zu analysieren, eine unglaublich wichtige Fähigkeit in der Politik, im Besonderen in einem so sensiblen Gebiet wie der Integration.
Jemandem, der das Geil-o-mobil für gelungene Wahlwerbung hält, muss man gar nicht Zeit geben, um zu zeigen, was in ihm steckt, er hat es längst in aller Deutlichkeit gezeigt und es bringt mich nicht im Geringsten dazu, im „eine Chance geben zu wollen“.

Nummer 2: Sebastian Kurz ist nicht jung und frisch, er wird auch keine andere Perspektive in die Politik bringen. Er ist vielmehr ein erschreckendes Beispiel dafür, was in der ÖVP, und ganz speziell der Wiener ÖVP falschläuft. Die Wiener ÖVP ist keine Volkspartei, sie ist eine Partei der Wirtschaftsbonzen und jeder junge Mensch, der sich mit einer Partei identifiziert, die sich auf diese Art darstellt, kann nur zu der Klasse Möchtegerns gehören, die sich in der Passage und ähnlichen Lokalen herumtreiben und für die nur Geld und Image zählen. Für diese Leute ist Sebastian Kurz wohl sogar eine gute Vertretung, aber was hat er dann bitte mit der Integration zu schaffen, einem Thema mit dem diese Schicht wohl kaum jemals in Berührung kommt.

In einer Ausgabe der „Presse“ von Ende letzter Woche fand sich eine sehr treffsichere Beobachtung. Nämlich die, das es schlussendlich nicht darauf ankommt, hart zu arbeiten oder sein Studium rasch und gut zu absolvieren. Man braucht sich nur einer der großen Parteien zu verschreiben und ist fürs ganze Leben versorgt.

Der einzige Lichtblick in dieser Sache: Sebastian Kurz wird wenig selbst entscheiden und hat schlussendlich noch weniger zu sagen.  

 

PS: Ich hoffe, niemand fühlt sich von meinen groben Verallgemeinerungen bezüglich junger ÖVP-Wähler angegriffen. Überraschung: ich wähle selbst die ÖVP. Aber nicht in Wien. Der Nebenwohnsitz erspart mir den Frust, mich in Wien für eine Partei zu entscheiden. J

26.4.11 22:50

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